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Das Nordkap – die letzten 600 Kilometer

das Nordkap

Mit dem Fahrrad bis zum Nordkap
Foto: Reinhard Pantke

Text: Reinhard Pantke, テシberarbeitet von Tanja Riehm-Wagner

Es ist mittlerweile Mitte August geworden als ich Tromsテク verlasse, um die letzten gut 600 km zum Nordkap in Angriff zu nehmen. Bei frischen 12 Grad und Nieselregen radele ich weiter in den einsamen Norden Norwegens. Obwohl es laut Kalender noch Sommer ist, haben die Wテ、lder einen deutlichen 窶曩elbtouch窶 bekommen und die Straテ歹 wird gesテ、umt von Unmassen groテ歹r Pilzgruppen. Ich テ、rgere mich riesig, dass ich so wenig dazu in der Lage bin, die essbaren von den giftigen Sorten zu unterscheiden! Die Nテ、chte werden wieder richtig dunkel, jeden Tag verliert man hier oben fast zehn Minuten Sonnenlicht, bis die Sonne im November eine mehrwテカchige Pause macht und den Polarlichtern die Bテシhne テシberlテ、sst!

Das heiテ殳 jedoch nicht, dass es hier oben im Dezember ganztテ、gig stockdunkel ist: Selbst zur Wintersonnenwende am 21./22. Dezember wird es gegen Mittag fテシr zwei bis drei Stunden dテ、mmrig und wer Glテシck hat sieht in den klaren Nテ、chten Polarlichter テシber den Himmel tanzen! Schon jetzt frテカstele ich, wenn der Wind aus dem Norden kommt und deutlich macht, dass der erste Schnee in wenigen Wochen fallen wird. (Anmerkung: Tatsテ、chlich gab es den ersten Schnee Anfang Oktober!).

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Die Finnmark
Foto: Reinhard Pantke

Die groテ歹 Einsamkeit

Die Finnmark ist die am dテシnnsten besiedelte Region Europas. Zwischen den einzelnen Orten, die mit Ausnahme der Stadt Alta nach unserem Verstテ、ndnis hテカchstens grテカテ歹re Dテカrfer sind, wartet die groテ歹 Einsamkeit Nordnorwegens auf mich: Zwischen den Orten liegen oft 100 km und mehr. Die Baumgrenze wird immer niedriger und weiter oben radele ich durch tundrenartig weite Landschaften, die von Seen und Mooren durchsetzt sind. Optimaler Lebensraum fテシr unzテ、hlige Rentiere, die noch heute oft frei テシber die Ebenen ziehen und zwischen den Sommerweiden entlang der Kテシsten und den Winterlagern im Landesinnneren wandern. In frテシheren Zeiten waren sie fester Bestandteil eines in sich geschlossenen Wirtschaftssystems der 窶朶ami窶, die grenzenlos durch den nテカrdlichen Teil der drei skandinavischen Lテ、nder zogen. Immer wieder kreuzen kleinere Herden von 窶朶anta Claus-Transporttieren窶 die Straテ歹 und lassen sich selbst von den groテ歹n Trucks, die laut hupend heran gebrettert kommen, kaum aus ihrem ruhigen Trab bringen. Allerdings geben sie mir auch gedanklichen Input fテシr das kommende Abendessen: In einem Imbiss gibt es zartes Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffeln 窶ヲ

das nordkap

Felszeichnung im Freiluftmuseum in Alta

Das Menschen mindestens seit 6.000 Jahren in der kargen Finnmark leben, erfahre ich im berテシhmtesten Freiluftmuseum Nordnorwegens: In Alta bestaune ich zwischen 2.000 und 6.000 Jahre alte Felszeichnungen, die von den einstigen Bewohnern, die als Jテ、ger und Sammler lebten, wohl aus religiテカsen Grテシnden oder vielleicht auch aus Langeweile in die Felsen geritzt wurden! Immer wieder sieht man auf den nachcolorierten Zeichnungen Rentiere, Wale, Bテ、ren und Jagdszenen – und die テ、lteste Darstellung eines Menschen auf Skiern!

Das Ziel rテシckt nテ、her

Der Wettergott meint es nochmal gut mit mir, als ich von Alta aufbreche: In den rauen Berglandschaften erlebe ich bei 17 Grad den wohl letzten Sommertag des Jahres. Zwei Tage spテ、ter ist es damit schlagartig vorbei und ich pedaliere in den nテ、chsten Tagen durch dichtesten Nebel, der mich kaum zehn Meter sehen lテ、sst, es geht hinauf nach Hammerfest, der nテカrdlichsten Stadt der Welt. Da ich keine Lust auf テシber 15 Kilometer Fahrt durch Unterwassertunnel habe, fahre ich per Schiff von Hammerfest nach Honningsvag.

das Nordkap

Der Nordkapfelsen
Foto: Reinhard Pantke

Nachdem sich der Nebel zwei Tage spテ、ter endlich gelichtet, hat, nehme ich die letzten 35 km auf der extrem bergigen Insel Magerテクya unter die Rテ、der. Fast 1.500 Hテカhemeter (nur rauf) stehen am Abend auf dem Zテ、hler. Durch die kargen Weiten der Insel geht es hinauf zum Nordkapfelsen. Wer Sparfuchs ist, wird hier テシbrigens fテシndig: Einfach mal mit dem Rad von Deutschland zum Nordkapp radeln und schon hat man 30 Euro gespart!

Auch wenn das Nordkap bei Sonne ein schテカner Platz sein mag und die Weite der Landschaft beeindruckt, so zieht mir doch am bekannten Globus die Binsenweisheit durch den Kopf, dass der Weg hier hinauf das Wichtigste war. Ein bisschen stolz bin ich dennoch auf meine Leistung!

Wobei dieses Gefテシhl gleich wieder relativiert wird, als ich auf dem Rテシckweg jemanden kennenlerne, der meine Radtour zum kleiner Ausflug degradiert: Mir begegnet ein Deutscher, der in sechs Monaten テシber 3.000 km von Trelleborg zum Nordkap gelaufen ist! Da blieb mir nur zu sagen: Hut ab, welch eine Leistung!

Vier Monate sind vorbei

Der Rest ist recht schnell erzテ、hlt: Ich gテカnne mir als Belohnung fテシr meine eigene Leistung eine Fahrt mit dem alten Hurtigrutenschiff 窶朞S Lofoten窶 nach Kirkenes an der norwegisch-russischen Grenze und von dort aus entlang des Flusses Tenojoki nach Utsjoki an der Grenze zu Finnland. Dort endet im September nach 4 Monaten meine Radtour 2014 und es geht mit Zug, Bus und Fテ、hre zurテシck nach Deutschland. Hinter mir liegt eine unvergessliche Zeit voll wunderbarer Eindrテシcke, spannender Erlebnisse und voll Freiheit. Fast 5.000 km bin ich durch sechs verschiedene Lテ、nder geradelt, seitdem ich meine Heimatstadt Braunschweig Mitte Mai verlassen habe.

Wer Lust bekommen hat, sich die Bilder und Erlebnisse von Reinhard Pantke mal live anzuschauen, wird unter www.reinhard-pantke viele Termine mit seinen digitalen Diashows in fast ganz Deutschland finden!

Das Nordkap kann man mit ZeitRテ、ume sowohl auf einer Auto- oder Busrundreise durch Norwegen als auch auf einer Hurtigrutenreise erleben.

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Reinhard Pantke

Der Globetrotter Reinhard Pantke (Jahrgang 67) erlebt seine Reiseziele grundsテ、tzlich nur mit Fahrrad und Rucksack. Neben Fahrradtouren durch Norwegen (17x), Schweden, Island (3x), Schottland, England, Neuseeland (3x) und einigen Sテシdseeinseln und den Kanaren war er auch in Kanada und Alaska unterwegs. Im Verlauf dieser Touren legte er in den letzten Jahren insgesamt 160.000 km per Fahrrad zurテシck.
Neben Artikeln in regionalen und テシberregionalen Zeitungen und Magazinen, Kalendern, Buchbeitrテ、gen und Austellungen ist Reinhard Pantke auch Autor verschiedener Bildbテ、nde テシber Norwegen und Kanada. Im Jahr 2009 hatte der Abenteuerer bereits Kanada von Westen nach Osten durchquert. Seine groテ歹 Leidenschaft ist Skandinavien, aktuell tourt er 3 Monate durch Schweden und Norwegen.

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