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Nachhaltig zertifiziertes Südnorwegen: „Grüne“ Auszeit unter blauem Himmel

Raue Berge, grüne Wiesen und blauer Himmel in Südnorwegen.
Raue Berge, grüne Wiesen und blauer Himmel in Südnorwegen. Bild: ZeitRäume/kc

Urlaub soll sich gut anfühlen – in vielerlei Hinsicht. Der Schutz der Umwelt und der Erhalt lokaler Kultur gehören dazu. In Sachen Nachhaltigkeit zählt Norwegen zu den Vorreitern. In aufwändigen Verfahren wurden bereits neun Regionen des Landes als nachhaltig zertifiziert. Schließlich ist die grandiose Natur Norwegens größtes Pfund. Auch die Regionen Lindesnes und Setesdal in Südnorwegen laden Sie zu einer Auszeit ohne schlechtes Gewissen ein. Weiße Sandstrände, liebliche Fischerdörfer und stattliche Berge bilden hier ein Bilderbuch-Panorama, das nahezu mediterranes Flair verströmt.

Relaxen unter der Sonne Südnorwegens

Eine sanfte Meeresbrise weht Ihnen um die Nase, die Brandung bricht sich an der schroffen Felsküste, strahlend weißer Sand küsst die türkisblauen Fluten: Fast könnte man meinen, gerade am Mittelmeer zu entspannen. Doch mitnichten! Die Rede ist von Norwegens malerischer Südküste. Eine solch sonnenverwöhnte Region ist die Gemeinde Lindesnes, die Sie mit wilden Badebuchten auf der gleichnamigen Halbinsel und einem seenreichen Hinterland umgarnen wird. Lindesnes rührt aus dem altnordischen „Lidandi“ her – was eine „Landzunge, wo das Meer aufhört“ beschreibt.

Auf satte 90 Kilometer Küstenlinie bringt es Lindesnes. Der fischreiche Atlantik bestimmt das Leben der Einheimischen. Nicht umsonst ziert ein fülliger Leuchtturm vor blauem Hintergrund das Wappen der Region. Am Kap Lindesnes – der südlichsten Spitze des norwegischen Festlandes (!) – steht ein höchst prominenter Vertreter seiner Art. Der jetzige Bau wurde zwar 1915 eingeweiht, doch die Ursprünge des Leuchtfeuers gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Seitdem weist Norwegens ältester Leuchtturm vorbeifahrenden Schiffen verlässlich den Weg, etwa ins nahe Stavanger.

Kontraste bestimmen die magische Landschaft

Eine Bucht an der Südküste Norwegens.
Die Südküste Norwegens. Bild: Shutterstock

Vor der „nordischen Riviera“ – wie die Sonnenküste liebevoll genannt wird – erstreckt sich ein großer Schärengarten. Auch die Fjorde, die sich messerscharf in die Felsküste einschneiden und Aktivurlauber unter Ihnen zu einer Rafting-Tour einladen, erinnern daran doch nicht am Mittelmeer zu sein. Schließlich ist das Nordkap „nur“ rund 2000 Kilometer entfernt. Nette Häfen, durchzogen vom Duft fangfrischen Meeresgetiers, prägen das Antlitz von Lindesnes. Ein Genuss-Highlight: das Unterwasser-Restaurant „Under“. Das Herz der Region schlägt im Künstler-Städtchen Vigeland.

Gegensätze ziehen sich an. Für die Landschaft in Lindesnes trifft das zweifellos zu. Hinter dem Küstensaum mit feinstem Sandstrand und wildromantischen Inseln wird es schnell hügelig. Alsbald tauchen unwegsame Bergketten auf. Die baumreichen Täler laden zu gemütlichen Spaziergängen ein, auf denen Sie sogar dem Elch, Norwegens unangefochtenem Wappentier, begegnen könnten. Lindesnes ist Bestandteil unserer zwölftägigen Auto-Rundreise „Malerische Sonnenküste“. Die führt Sie in Ihrem eigenen Tempo durch die sympathisch verträumten Landstriche ganz im Süden.

Nachhaltiges Reisen in Südnorwegen – mit Genuss und ohne Reue

Und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Denn Lindenes und Setesdal – gleichfalls ein Distrikt in Südnorwegen – gehören zu jenen Regionen im Königreich, in denen Nachhaltigkeit groß geschrieben wird. Beide sind seit einiger Zeit als nachhaltige Reiseziele zertifiziert. Und mächtig stolz darauf. Viel Kraft und Durchhaltevermögen haben die Verantwortlichen vor Ort in dieses Projekt investiert. Denn es können Jahre vergehen, bis sich eine Gemeinde mit dem Nachhaltigkeits-Gütesiegel schmücken darf. Das Label „Sustainable Destination“ wurde in Norwegen entwickelt und ist weltweit anerkannt.

Doch was macht ein nachhaltiges Reiseziel aus? Die dem Gütezeichen zugrunde liegenden Kriterien fußen auf ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten – den drei Säulen der Nachhaltigkeit. Der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, ein sparsamer Energieverbrauch oder ein durchdachtes Abfallmanagement stehen dabei ganz oben. Das ist längst nicht alles. Auch die Frage, welche soziale Verantwortung die lokalen Akteure übernehmen, prägt nachhaltiges Denken. Das Bewahren des kulturellen Erbes zählt ebenso dazu wie ein Wirtschaften, das den Menschen vor Ort zu Gute kommt.

Den ökologischen Fußabdruck im Fokus

Um es auf den Punkt zu bringen: Die norwegischen Regionen Lindesnes und Setesdal wollen eine lebenswerte Gegend sein – heute und in zwanzig Jahren. Eben Orte, an denen sich alle wohlfühlen: Einheimische, Zugezogene, Touristen. Dafür tun sie mehr als andere. Der Prozess läuft immer weiter. Die derzeit heiß geführte Klimadebatte – die von Skandinavien aus (Greta!) den ganzen Globus erobert – macht viele Menschen sensibler für dieses Thema. Ein Ausruhen auf dem Erreichten führt schnell ins Aus, denn das Nachhaltigkeits-Zertifikat wird alle drei Jahre neu vergeben.

Regelmäßig neu messen lassen müssen sich auch jene Unternehmen, die das Eco-Lighthouse-Siegel tragen. Auch das ist eine Zertifizierung in Sachen Nachhaltigkeit. Die Firmen verpflichten sich, ihr Wirken stets an ökologischen (z. B. Energieverbrauch) sowie sozialen Kriterien (z. B. Arbeitsumfeld) auszurichten. Beherbergungsbetriebe in ganz Norwegen sind darunter. In Lindesnes und Setesdal haben etliche Unterkünfte dieses Label. Hier können Sie bspw. sicher sein, dass die saisonalen Speisen aus der Hotelküche frisch sind – und vom Bauern oder Krabbenfischer um die Ecke stammen.

Auf Schusters Rappen durchs Setesdal

Blick auf die Fjordlandschaft Norwegens.
Blick auf die Fjordlandschaft. Bild: Shutterstock

Während Lindesnes mit maritimem Charme verzaubert, lockt Setesdal mit anderen Reizen. Das knapp 150 Kilometer lange Tal entlang des Otra-Flusses erstreckt sich von Evje immer weiter gen Norden. Für Outdoorfreunde mit Respekt vor der Umwelt ist die wald- und seenreiche Gegend ein Eldorado: Wandern, Angeln, Schwimmen, Paddeln, Klettern – all das ist hier möglich. Damit auch Sie die Magie der mit „grünen“ Unterkünften reich gesegneten Region in vollen Zügen auskosten können, wird ZeitRäume demnächst eine Reise ins Setesdal auflegen.

Schnüren Sie dann die Wanderschuhe! Denn die entspannteste und zugleich nachhaltigste Art, das Setesdal zu erkunden, sind Wanderungen durch die unberührte Natur. Dicht an dicht stehen die Birkenstämme, glasklare Bäche schlängeln sich durch die Landschaft, in tiefblauen Bergseen tummeln sich Forellen. Hier und anderswo in Norwegen entdecken Sie zahlreiche Wasserkraftwerke zur Energiegewinnung. Über 99 Prozent der Elektrizität im Königreich wird durch Wasserkraft erzeugt.

Die natürlichen Ressourcen sichern und nutzen, das hat die Norweger schon früh ausgezeichnet. Diesen Weg gehen sie mit der aufwändigen Zertifizierung nachhaltiger Reiseziele konsequent weiter. Lindesnes und Setesdal, die nachhaltig zertifizierten Regionen im Süden, sind das beste Beispiel.

Unsere Rundreise durch Südnorwegen finden Sie hier.

Informationen zu unseren weiteren Norwegenreisen stehen Ihnen hier zur Verfügung.

Vielen Dank für die Texterstellung und Unterstützung an Herrn Ronny Reißmüller https://www.die-textarbeiter.de/


Über den Autor

Klaus Becker

In Tromsø schon mal den Bus zum Schiff verpasst und richtig viel Spaß bei einer samischen Familie gehabt, in Schottland schon mal versucht, alle Malt Whiskys zu probieren. Im echten Leben aber Geschäftsführer und Blogger mit Leidenschaft.

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