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Oslo: Glücksmomente in der Grünen Hauptstadt Europas

Blick auf das Rathaus in Oslo vom Hafen aus
Blick auf das Rathaus in Oslo vom Hafen aus. Bild: Shutterstock

Grün und urban zugleich – in Oslo ist das kein Widerspruch. In der norwegischen Hauptstadt ist die unberührte Natur oft nur wenige U-Bahn-Stationen vom prallen Cityleben entfernt. Sie werden es kaum glauben: Knapp zwei Drittel der Stadtfläche sind von Wasser oder Wald bedeckt. Nicht von ungefähr trägt die größte Stadt des Landes in diesem Jahr den Titel „European Green Capital“. Oslo hat sich aufgemacht, eine nachhaltige und zukunftsweisende Metropole zu werden: mehr Platz für Menschen statt für Autos, neue Uferpromenaden zum Entspannen, grüne Restaurants mit Anspruch.

Eine Hauptstadt ohne Hektik

Eins sein mit Himmel und Wasser. Dieses Glücksgefühl überkommt Sie mit Garantie, wenn Sie auf dem begehbaren Dach des neuen Opernhauses innehalten. Der große Wurf des norwegischen Architekturbüros Snohetta hat der Osloer Hafenfront 2008 ein so ungewöhnliches wie sympathisches Antlitz gegeben. Geradezu aus der Tiefe des Fjordes scheint sich der Bau mit der sattweißen Fassade emporzurecken – und wirkt dabei leicht und entspannt. Wie die Stadt selbst: Kaum eine Metropole strahlt so viel Ruhe und Gelassenheit aus wie das von Gewässern und Grün durchzogene Oslo.

Das trotz einer Einwohnerzahl von immerhin 680.000 – Tendenz steigend. Die hohe Lebensqualität zieht die Leute an. Seit jeher lockt Oslo mit seiner traumhaften Lage. Die Stadt am Oslofjord (herrlich zum Angeln!) wird von riesigen Waldgebieten (perfekt zum Wandern!) umrahmt. Früher wirkte Oslo etwas altbacken und schroff. Etwa so wie das wuchtig verklinkerte Rathaus, in dem Jahr für Jahr der Friedensnobelpreisträger gekürt wird. Spätestens seit dem Opernbau macht Norwegens Kapitale mit Architektur Furore. Verwandelt tote Gleisanlagen in belebte Uferpromenaden, entwickelt ganze Stadtquartiere unter ökologischen Vorzeichen neu.

Es grünt so grün in Oslo

Blick vom Fjord auf die Stadt Oslo
Blick vom Fjord auf die Stadt Oslo. Bild: Shutterstock

Pures Naturerlebnis und hippes Großstadtflair sind in Oslo oft nur einen Katzensprung entfernt. Oder eine Fährüberfahrt: Knapp 40 Inseln zählt die Südküsten-Metropole, auf denen Sie bestens relaxen können. Im Sommer laden hunderte Seen zum Sprung ins kühle Nass ein. Sonnenanbeter finden an mehreren Stadtstränden am tiefblauen Fjord ihr Lieblingsplätzchen. Wasser beruhigt – und macht glücklich. Die Nähe zur Natur, die dynamische Entwicklung der letzten Zeit und das Bemühen um den Schutz der Umwelt hat Oslo den Titel Grüne Hauptstadt Europas 2019 beschert.

Initiiert wird dieser Wettbewerb alljährlich von der Europäischen Kommission. Er soll den Nachhaltigkeitsgedanken fest in der Stadtgesellschaft verankern und Vorbild für andere Metropolen sein. In Deutschland war Essen 2017 „European Green Capital“. Ein guter Ort zum Leben zu sein – für Kinder wie Senioren, für Einheimische wie Gäste. Dieses so banale wie anspruchsvolle Ziel verfolgt jede Umwelthauptstadt Europas. Und rückt ihre grünen Vorzüge ins verdiente Scheinwerferlicht: traditionsreiche oder neu angelegte Parks, Seen und Flüsse, Wälder, Kleingärten und Wildwiesen.

Oslos großes Klima-Versprechen

Der Vigeland Skulpturenpark in Oslo
Der Vigeland Skulpturenpark in Oslo. Bild: Shutterstock

Autos hat Norwegens größte Stadt aus vielen Ecken des Zentrums verbannt. Hat den Platz frei gemacht für Fußgänger, Radfahrer und einen bestens organisierten Nahverkehr. In Sachen grüne Mobilität ist Oslo weltweit Vorreiter. Hätten Sie erwartet, dass 30 Prozent aller in der Kommune angemeldeten Fahrzeuge bereits einen Elektroantrieb haben? Und das ist erst der Anfang. Bis zum Jahr 2050 will die Stadt komplett klimaneutral sein. Den geringsten ökologischen Fußabdruck hinterlassen Sie ohnehin per pedes, etwa beim Bummeln entlang des Akerselva-Flusses.

Frische Luft und Kunstgenuss zugleich bietet der Vigeland-Skulpturenpark. Hier reihen sich zig Meisterwerke des geschätzten norwegischen Bildhauers aneinander. Oslo und die Kunst – das ist eine überaus fruchtbare Verbindung. Edvard Munch ist Ihnen sicher ein Begriff? „Der Schrei“, sein weltbekanntes und hochemotionales Gemälde, ist hier zu bestaunen. Glücksmomente für Anhänger zeitgenössischer Kunst beschert ein Abstecher ins Astrup Fearnley-Museum auf der Halbinsel Tjuvholmen. Stararchitekt Renzo Piano hat drei durch ein elegantes Segeldach verbundene Holzpavillons geschaffen, die direkt am Wasser ankern.

Oslo zum Genießen

Innovativ ist auch die Gastroszene der norwegischen Metropole. Feinschmecker-Tempel und grüne Restaurants schießen seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden (die Sie im waldreichen Stadtgebiet ebenso zuhauf entdecken können). Die Idee der Nachhaltigkeit wird auch hier gelebt: Frische, gesunde Zutaten von lokalen Erzeugern gehören längst zum Standard. Wenn Sie die landestypische Esskultur riechen und schmecken wollen, bietet sich ein Besuch der Mathallen auf der aufblühenden Flussinsel Vulkan an. Der „Bauch von Oslo“ lockt mit Markthallenflair der Extraklasse.

Den Geldbeutel schont ein Restaurantbesuch seltener, gilt Oslo doch als eine der teuersten Metropolen weltweit. Gerade hier am Akerselva warten auf Genussliebhaber unter Ihnen aber echte Leckerbissen mit überschaubaren Preisen. Etwa die längste Bar ganz Skandinaviens, die feine Tapas und grüne Cocktails auftischt. Live-Musik tönt aus allen Ecken. Oslo, die Grüne Hauptstadt Europas 2019, vibriert – und bleibt dennoch herrlich entspannt. Auf den Flussmauern kann man bis spät in die Nacht Beine und Seele baumeln lassen. So geht Entschleunigung!

Den norwegischen Himmel zum Greifen nah

Schauplatz der Winterolympiade 1952, Austragungsort der nordischen Ski-WM 2011: Was hat der Holmenkollen nicht schon alles erlebt. Die hiesige Sprungschanze ist sicher das Wahrzeichen Oslos. Per Glas-Aufzug geht es auf den vor einigen Jahren neu errichteten Turm. Der Ausblick von hier oben: atemberaubend. Und das zu jeder Jahreszeit. Spätestens jetzt wird klar, warum das Prädikat Grüne Hauptstadt Europas zu Oslo passt wie die Faust aufs Auge. Nach Gipfelstürmerei und Glücksgefühl lädt Sie das älteste Skimuseum des Planeten zu einer sportlichen Zeitreise ein.

“Erlebe Dein grünes Wunder“. Das war das Motto Essens, der Umwelthauptstadt vor zwei Jahren. Auch für Oslo trifft dieser Slogan zu. Überraschend grün kommen unzählige Ecken jener Stadt daher, die von 1624 bis 1924 den Namen Christiania trug. Viele unserer Norwegen-Reisen starten und enden in Oslo. Eine Anregung für Sie, diesen Glücksort genauer in Augenschein zu nehmen! Ob Naturliebhaber, Architekturfan, Kunstfreund oder Genussmensch – alle werden sich hier wohlfühlen. Aller urbaner Dynamik zum Trotz: Oslos größtes Pfund bleibt die Natur vor der Haustür.

Unsere Rundreisen nach Norwegen und Oslo finden Sie hier.

Vielen Dank für die Texterstellung und Unterstützung an Herrn Ronny Reißmüller https://www.die-textarbeiter.de/


Über den Autor

Klaus Becker

In Tromsø schon mal den Bus zum Schiff verpasst und richtig viel Spaß bei einer samischen Familie gehabt, in Schottland schon mal versucht, alle Malt Whiskys zu probieren. Im echten Leben aber Geschäftsführer und Blogger mit Leidenschaft.

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