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Galway: Eine Einladung in die Kulturhauptstadt Europas 2020

Galway: Kulturhauptstadt Europas 2020 im wWsten Irlands
Galway: Kulturhauptstadt Europas 2020. Bild: shutterstock

Weltoffen, lässig, musikalisch: Das ist Galway, die drittgrößte Stadt in Irland. Durch ihre lebendige Kulturszene und einem reichen architektonischen Erbe bringt sie beste Voraussetzungen mit, Europäische Kulturhauptstadt zu sein. Mit dem begehrten Titel darf sich die Studentenhochburg an der rauen irischen Westküste in diesem Jahr schmücken. Auch bei Regen – eher Regel als Ausnahme – ertönt hier an jeder Straßenecke fröhliche Live-Musik. Was den jugendlichen Charme von Galway ausmacht und welche Highlights im Kulturhauptstadt-Kalender auf Sie warten, zeigen wir Ihnen gern.

In Galway vibriert die Lebenslust

Seit der britische Popsänger Ed Sheeran 2017 seine Version des Folklore-Songs „Galway Girl“ zum Besten gab, ist die enorme Kneipendichte der Küstenstadt kein Geheimnis mehr. Die Single wurde weltweit ein Hit, nachdem neun Jahre zuvor eine Cover-Variante von Sharon Shannon in Irland durch die Decke ging. In den Liedern samt Videos wird klar: In Galway steppt der Bär! Vor allem im Latin Quarter reiht sich ein Pub an den anderen. In den schmalen Gassen mit ihren knallbunten Häusern herrscht Tag und Nacht Hochbetrieb: Straßenmusiker mit Cello unterm Arm, Clubs zum Abtanzen, Theater zum Vergnügen, Fish & Chips für den schnellen Hunger.

Feiern bis zum Hahnenschrei – in Galway, der Herzkammer der irischen Musik, ist das ein besonderes Erlebnis. Über hundert Pubs laden rund um die Quay Street dazu ein, den Alltag beiseite zu schieben. Doch hätten Sie gedacht, dass mit dem Michelinstern-verzierten „Loam“ auch das beste Restaurant von ganz Irland in Galways Genussmeile auf Sie wartet? Krustentiere aus der Galway Bay oder Räucherlachs aus Connemara (beides vor der Haustür) werden hier aufgetischt. Auch Liebhaber der italienischen und asiatischen Küche kommen im Latin Quarter nicht zu kurz.

Ein Außenposten Europas im Kommen

Artfestival in der Kulturhauptstadt Galway.
Artfestival in der Kulturhauptstadt Galway. Bild: shutterstock

Galway, Zentrum der gleichnamigen Grafschaft an der Westküste Irlands, überrascht in vielerlei Hinsicht. Mit seinen 80.000 Einwohnern recht überschaubar und bis in die frühen Neunziger Jahre nicht gerade ein Hotspot der Grünen Insel, hat die kleine Stadt gehörig an Dynamik gewonnen. Kenner wissen schon länger: Galway ist eine Reise wert. Jüngst werden die Kritiker geradezu überschwänglich. Als „freundlichste Stadt der Welt“ kürte sie das US-Journal „Travel+Leisure“, die „jugendlichste Stadt Irlands“ ist sie aufgrund mehrerer Hochschulen sowieso. Gute zwei Stunden Fahrzeit vom altehrwürdigen Dublin pulsiert das unbeschwert junge Leben.

Den (Auf-)Schwung der letzten Jahre wollten die Stadtväter nutzen und bewarben sich um den prestigeträchtigen Titel Kulturhauptstadt. Ihr Ziel: Den Bekanntheitsgrad von Galway in Europa steigern und sich als offenen, experimentierfreudigen Ort in einer welt- wie inselpolitisch eher schwierigen Zeit präsentieren. Die Grenze zu Nordirland ist nicht weit. Das harte Ringen um den Titel hatte Erfolg. Galway ist Europäische Kulturhauptstadt 2020 – neben der kroatischen Hafenmetropole Rijeka (Fiume). Seit das feststeht, wächst das abseits gelegene Städtchen über sich hinaus.

Frohsinn bei waschechtem Irland-Wetter

Und das ohne seine traditionsbewusste wie unkonventionelle Authentizität zu verlieren. Das Herz von Galway schlägt am Eyre Square. Der vor einiger Zeit neu gestaltete, durch viel Grün einladend wirkende Platz ist Bühne für Skater, Gesangstalente und Hobby-Jongleure. Beliebter Treffpunkt der Einheimischen ist der Quincentennial Fountain. Das moderne Wasserspiel erinnert an den 500. Jahrestag der Stadtgründung. Eine normannische Festung mit Fischerdorf gilt als Geburtsort von Galway. Eine historische Sternstunde war auch der Besuch des legendären US-Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1963. Der Kennedy Memorial Park verweist darauf. Dessen Wiesen verlocken zum Faulenzen, ebenso wie die ansehnliche Strandpromenade.

Auch in Sachen Baukunst hat Europas Kulturhauptstadt 2020 einiges zu bieten. Allen voran die Stiftskirche St. Nikolaus. Das Prachtstück aus dem 13. Jahrhundert gilt als größte Pfarrkirche in ganz Irland und fungiert seitdem ohne Unterbrechung (!) als Gotteshaus. Neueren Datums ist das Fishery Watchtower Museum. Es residiert direkt am Corrib-Fluss, der den Ort durchschlängelt und in die Galway Bay mündet. Gleich neben dem imposanten Torbogen Spanish Arch lädt Sie das Galway City Museum zu einer emotionalen Zeitreise in die Vergangenheit ein.

Galway im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt

Galway in der Abenddämmerung. Bild: shutterstock

Galway ist Kulturhauptstadt Europas 2020: Als eine europäische Jury vor fünf Jahren diese Nachricht verkündete, lag sich halb Galway in den Armen. Schließlich verleiht der Titel Selbstbewusstsein. Überzeugt haben die gastfreundlichen Iren mit ihrem Programmpaket. Eine Vielzahl kultureller wie origineller Veranstaltungen soll über das gesamte Jahr Besucher aus nah und fern an die stürmische Westküste locken. Vielleicht auch Sie? Ende April gastieren internationale Cello-Musiker in der Stadt und geben Konzerte nonstop. Im Mai lädt ein Open-Air-Theaterfestival zum Thema Migration. Zuvor, am St. Patricks Day, wird die Bergwelt Connemara in grünes Licht getaucht.

Irland ohne Schafe? Unvorstellbar! Im Kulturhauptstadt-Jahr macht man den zotteligen wie genügsamen Vierbeinern den Hof. Beim „Project Baa Baa“, das im Frühling läuft, wird der irischen Schaf-Tradition auf den Zahn gefühlt. Im Juli steht das alljährliche Galway Arts Festival an. Leuchtende Modelle historischer Gebäude von St. Nikolaus bis zu Lynchs Castle werden bei „City of Light“ (September) zu Wasser gelassen. Etliche unserer Irland-Rundreisen führen Sie auch in die Umgebung Galways. Die Steilküste Cliffs of Moher oder die Aran-Inseln im aufgewühlten Atlantik sind nur einen Katzensprung entfernt.

Was ist eigentlich eine Kulturhauptstadt?

Die kulturelle Vielfalt Europas aufzeigen und den Zusammenhalt der Menschen stärken: Das waren die zentralen Anliegen, als 1985 die Idee von der Europäischen Kulturhauptstadt geboren wurde. Seitdem wird der begehrte Titel jährlich neu durch den Rat der Europäischen Union vergeben – an eine Stadt der „alten“ EU-Mitgliedsstaaten und an eine der „neuen“. 2025 ist Deutschland wieder an der Reihe (mit Slowenien). In die Finalrunde haben es Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg geschafft. Im Dezember wissen wir, wer das Rennen macht.

Waren es zunächst die großen Metropolen und klassischen Kulturstädte, die sich als European Capital of Culture krönen durften, rückten im letzten Jahrzehnt die unbekannteren Städte in den Fokus. Jene, die den Titel gut gebrauchen und als Katalysator für ihre Entwicklung nutzen können. Galway ist dafür ein Paradebeispiel. Aus einem an Bedeutung gewinnenden „Underdog“ – der im allmächtigen Schatten Dublins stand oder nur Randnotiz auf der Fahrt zu den Cliffs of Moher war – ist eine quirlige Stadt geworden. Und ein spannendes Reiseziel. Möchten Sie Galway kennenlernen? Das Kulturhauptstadt-Jahr bietet dazu einen guten Anlass. Auf unseren Irlandreisen haben Sie immer auch die Gelegenheit, Galway zu besuchen.

Vielen Dank für die Texterstellung und Unterstützung an Herrn Ronny Reißmüller https://www.die-textarbeiter.de/

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Über den Autor

Klaus Becker

In Tromsø schon mal den Bus zum Schiff verpasst und richtig viel Spaß bei einer samischen Familie gehabt, in Schottland schon mal versucht, alle Malt Whiskys zu probieren. Im echten Leben aber Geschäftsführer und Blogger mit Leidenschaft.

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