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Cairngorms-Nationalpark: Urwüchsige Natur im Herzen Schottlands

Frau im Cairngorms Nationalpark
Natur pur! Tolle Ausblicke im Cairngorms Nationalpark. Bild: Shutterstock

Vier der fünf höchsten Gipfel des Vereinigten Königreichs erheben sich hier, alpine Moore, dichte Wälder und tiefdunkle Seen prägen die Gegend. Im Cairngorms-Nationalpark geht Naturfreunden das Herz auf! Wer die Ursprünglichkeit von Schottland spüren will, wähnt sich bei Wanderungen durch Großbritanniens größten Nationalpark wie im siebten Himmel. Die schroffe und einsame Bergwelt der zentralen Highlands zwingt zum Innehalten. Welche seltenen Tiere Sie dabei entdecken können und wieso die Queen am Rand des Reservats eine Sommerresidenz unterhält, erfahren Sie hier.

Auf den Spuren von Schottlands „Big Five“

Laute Brunftschreie hallen durch das Dickicht des Waldes. Eine Gruppe stattlicher Rothirsch-Bullen stapft unbekümmert durch das Unterholz. Die Geweihträger – ihr „Schmuck“ bringt bis zu 25 Kilo auf die Waage – sind auf der Suche nach einer Partnerin. Sie werden sicher fündig. Sage und schreibe 24.500 Rothirsche bevölkern die Wald-Heide-Landschaften des Cairngorms-Nationalparks. Das Reservat im Zentrum der Highlands ist einer von zwei Nationalparks in Schottland. Menschen siedeln in der rauen Gebirgslandschaft kaum, Straßen gibt es nur wenige. Dafür ist die Tierwelt umso reicher.

Rotwild, Fischotter, Eichhörnchen, Fisch- und Steinadler: Das sind Schottlands „Big Five“. Sie alle haben im Cairngorms National Park ihr Zuhause. Auf knapp 3800 Quadratkilometern erstreckt sich eine Wildnis, in der sich in Europa selten gewordene Säugetier- und Vogelarten pudelwohl fühlen. Naturliebhabern unter Ihnen ist der schottische Nationalpark sicher ein Begriff. Auch die vom Aussterben bedrohten Wildkatzen, etliche Marder-Vertreter und die scheuen Dachse bekommt man hier zu Gesicht. In den glasklaren Flüssen kann man flinke Otter auf Tauchgang nach der kaum noch anzutreffenden Süßwasser-Perlmuschel beobachten.

Fischadler im Cairngorms Nationalpark. Bild: Shutterstock

Cairngorms: Großbritanniens größter Nationalpark

Dass sich hier – rund um den imposanten Gebirgsrücken der Grampian Mountains mit seinen über tausend Meter hohen Gipfeln – Hirsch, Wildkatze und sogar der Auerhahn Gute Nacht sagen, kommt nicht von ungefähr. Zum einen ist das Klima für eine menschliche Besiedlung eher unwirtlich, die Winter schneereich und kalt, die Berge für Menschen schwer passierbar. Zum anderen wurde die Region im Herbst 2003 zum Nationalpark auserkoren (neben dem Trossachs National Park). Die Nationalpark-Idee: Flora und Fauna unter besonderen Schutz stellen und menschliche Eingriffe auf ein Minimum reduzieren. Ungewöhnlich ist, dass die Gebiete weiterhin in Privatbesitz verbleiben.

Wenn Sie die schottischen Highlands in ihrer reinsten Form erleben wollen, dann sind Wander- oder Klettertouren durch den Cairngorms-Nationalpark das Nonplusultra. Vom Ort Grantown-on-Spey im Norden bis zu den südlichen Ausläufern der Angus Glens erstrecken sich die riesigen Ausmaße des Nationalparks. Östlich wird das Hochgebirgsreservat von Ballater begrenzt. Die unter Skifreunden geschätzte Kleinstadt Aviemore liegt im Westen. Sie hat sich zum Mekka des Wintersports gemausert, bis in den April hinein ist mit ausreichend weißer Pracht zu rechnen. Hier ist der Winter eben noch ein richtiger Winter!

Mächtig gewaltig: Die Cairngorms Mountains

Für Zartbesaitete oder Frostbeulen ist das Wandern in den Cairngorms Mountains nicht das Richtige, für Liebhaber unverfälschter Natur und Abenteurer dafür umso mehr. Das ausgedehnte Bergmassiv im Naturpark ist selbst im Hochsommer hin und wieder von Schnee überzogen. Entsprechend karg fällt die Vegetation aus. Der 1245 Meter hohe Cairn Gorm – der „blaue Hügel“ – verlieh dem Nationalpark seinen Namen. Per Standseilbahn ist die nördliche Flanke des Granitberges bequem zu erklimmen. Ansonsten geht es nur per pedes durch die atemberaubende Landschaft im Cairngorms-Nationalpark. Spitzenreiter unter den zahlreichen Gipfeln ist der Ben Macdhui mit einer Höhe von rund 1300 Metern. Ben Nevis, Schottlands höchster Berg, misst nur unwesentlich mehr.

Tiefdunkle Seen, urwüchsige Mischwälder, vom strengen Frost gezeichnete Landschaftsformationen, geheimnisumwitterte Moore, tosende Wasserfälle: Mit dieser einzigartigen Vielfalt lockt der Cairngorms National Park. Hobby-Geologen unter Ihnen werden ihren Augen kaum trauen! Nicht umsonst vergleichen Experten die hiesigen Verhältnisse mit der Klimazone der Tundra. Dazu passt ins Bild: Seit Anfang der 1950er Jahre trabt Großbritanniens einzige Rentier-Herde gemächlich durch die Weiten des Nationalparks, ausgesetzt von einem Schweden.

“Waldbaden“ im Cairngorms Nationalpark

Nadelwälder im Ciarngorms Nationalpark. Bild: Shutterstock

Nadelwälder sind ein weiteres Markenzeichen der Region – europaweit mittlerweile eine bedrohte Spezies. Ein gutes Viertel des gesamten Waldbestandes von Schottland ist im Cairngorms National Park verortet. Früher waren die Highlands fast komplett von Wäldern überzogen, doch die Säge des Menschen machte kurzen Prozess mit dem auch fürs Klima wertvollen Gehölz. Die Caledonian Forests mit ihren uralten hochstämmigen Weißkiefern wurden zur Rarität. Einen Katzensprung von Aviemore entfernt hat sich mit Rothiemurchus Forest solch ein Paradies erhalten. Innehalten und tief durchatmen heißt die Devise.

Stille Momente in ungezähmter Natur: Davon bietet der Cairngorms-Nationalpark ein ganzes Füllhorn. Auch von den weitläufigen Moorlandschaften – die als Relikte der Eiszeit im Inselstaat nur noch in den schottischen Highlands existieren – geht eine ungeheure Faszination aus. Heidekraut, Sumpfgräser und Zwergbirken bestimmen hier die Pflanzenwelt. Auf unseren Schottland-Touren können Sie die Wildnis der Cairngorms mit Haut und Haaren spüren. So machen Sie sowohl die Kleingruppenreise „Original Schottland“ als auch die Mietwagen-Rundreisen „Islands und Highlands“ und „Schottland Explorer“ mit den natürlichen wie entschleunigenden Reizen der Region vertraut.

Eine königliche Residenz inmitten famoser Natur

Vermutlich ist es die Ruhe und Ursprünglichkeit der Central Highlands, die auch die britische Königin Jahr für Jahr nach Schottland locken. Stets zwischen August und Oktober bezieht Elisabeth II. ihre private Sommerresidenz Balmoral Castle. Das bekannte Schloss nahe Braemar ist von Nadelbäumen umgeben und residiert am Fluss Dee. Seine Türmchen recken sich keck aus jener Landschaft empor, die schon Queen Victoria samt Mann in ihren Bann zog. Eingeweiht wurde das feine Anwesen im Jahr 1856, frühere Bauten reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im südwestlichen Flügel von Balmoral Castle liegen die royalen Schlafgemächer – die aber nicht zu besichtigen sind.

Neben einigen Landgütern ist der Cairngorms-Nationalpark frei von sehenswerten Bauwerken. Die dramatische Natur bleibt der Hauptanziehungspunkt in den Cairngorms Mountains. Wandern, Tiere beobachten, Klettern, Campen, Skifahren: Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Nach den Aktivitäten an der frischen Bergluft tut eine deftige Stärkung gut. Wie wäre es mit einer gefüllten Lammschulter („Haggis“) und Kartoffeln, einem Lieblingsgericht der Schotten? Etwas erschöpft aber glücklich werden Sie sich danach in die Nacht träumen.

Bei allen unseren Schottlandreisen ist die Fahrt durch den Cairngorms Nationalpark dabei. Schauen Sie mal hier, wenn Sie Reisen nach Schottland interessieren.

Vielen Dank für die Texterstellung und Unterstützung an Herrn Ronny Reißmüller https://www.die-textarbeiter.de/

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Über den Autor

Klaus Becker

In Tromsø schon mal den Bus zum Schiff verpasst und richtig viel Spaß bei einer samischen Familie gehabt, in Schottland schon mal versucht, alle Malt Whiskys zu probieren. Im echten Leben aber Geschäftsführer und Blogger mit Leidenschaft.

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